Selbstwertgefühl stärken
Selbstachtung – Was das eigentlich bedeutet
Hast Du Dich schon einmal selbst kritisiert? „Ich bin so dumm!“, „Selbst schuld!“ oder „Wie konnte ich nur!“... Wir gehen mit uns selbst viel härter ins Gericht als mit unseren Mitmenschen, denen wir oft wohlwollender gegenüberstehen.
Warum eigentlich?
- Weil wir „funktionieren“ müssen?
- Weil wir „perfekt“ sein müssen?
- Weil wir denken „wir müssen“?
Selbstachtung bedeutet, dass wir uns selbst akzeptieren: mit unseren Stärken, Fähigkeiten, Leistungen, aber auch mit unseren Schwächen, Fehlern und Unfähigkeiten. Selbstachtung ist ein zentraler Bestandteil der menschlichen Psyche und spielt eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden und unsere Lebensqualität. Je härter wir mit uns selbst „ins Gericht gehen“, desto eher sinken Wohlbefinden und Lebensqualität. Eigentlich schade, oder?
Gut zu wissen
Selbstachtung ist die innere Überzeugung, dass wir trotz unserer Unvollkommenheit wertvoll und würdig sind. Diese Haltung ermöglicht es uns, mit Herausforderungen umzugehen und unsere Ziele zu verfolgen.
Selbstachtung ist wichtig für unsere Resilienz
Menschen mit hoher Selbstachtung sind eher in der Lage, sich und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen, was zu klareren Zielen und weniger Grenzüberschreitungen führt. Herausforderungen werden besser gemeistert, da man sehr viel realistischer und wohlwollender mit sich und der Umwelt umgehen kann. Rückschläge werden besser einsortiert und ausgewertet, was wieder-
um zu einem höheren Selbstwert führt. Alles hängt zusammen und bedingt sich gegenseitig.
Tipp:
Grenzüberschreitungen korrelieren direkt mit der Fähigkeit, auch mal „nein“ sagen zu können. Respektiere Deine eigenen Grenzen und sage „nein“, wenn Du Dich überfordert fühlst. Selbstachtung beinhaltet, für sich selbst einzustehen.
Vom Selbstbild zur Selbstachtung
Der Weg zur Selbstachtung läuft über das Selbstbewusstsein und das Selbstbild (Abb. 1). Wenn ich mir meiner Selbst „bewusst“ werde, meine Bedürfnisse und Gefühle erkenne und Handlungen daraus ableiten kann, fällt es mir mit der Zeit auch leichter, Schwächen zu verstehen und zu akzeptieren. Ich lerne, mich so zu achten, wie ich bin. Mein positives Selbstbild wird geschult. Dieses fördert das Selbstvertrauen und die Selbstachtung.
Gut zu wissen
Kritisieren darf ich mich – aber bitte nur mein Verhalten. Wenn wir uns kritisieren, hilft als erster Schritt, sich auf das eigene Verhalten zu beziehen: Ein „Das habe ich jetzt ungünstig gemacht.“ beinhaltet die Möglichkeit einer Veränderung. „Ich bin so blöd!“ hingegen beschreibt einen Status, an dem man nicht viel verändern kann.
Rückkehr zur Selbstachtung
Die Stärkung der Selbstachtung ist ein fortlaufender Prozess und passiert nicht von heute auf morgen. Man muss dranbleiben.
Tipp:
Starte mit einer Selbstreflexion (Was fühle ich und warum?) und dem Bewusstsein für Gedanken und Handlungen (Was denke ich, und wie handle ich?).
Positive Affirmationen, das Setzen realistischer Ziele und das Feiern von Erfolgen können erweiternd dazu beitragen, die Selbstachtung zu trainieren und zu erhalten. In Tabelle 1 findest Du ein paar Beispiele.
Kurz und knapp
Selbstachtung ist nicht nur ein Gefühl, sondern auch eine Haltung, die wir entwickeln und pflegen können. Sie erfordert, dass wir uns selbst mit Respekt und Wohlwollen begegnen und uns erlauben, auch unsere Unvollkommenheit anzunehmen, so wie wir es auch bei anderen Menschen schaffen. Was würde Deine beste Freundin oder Dein bester Freund zu Dir sagen? Wenn Du es nicht weißt, frag sie, was sie gut an Dir finden. Durch bewusste Aktionen können wir unsere Selbstachtung stärken. Und wenn Du als TFA Deine Selbstachtung stärkst, dann wird sich dies auch langfristig positiv auf Deinen tierärztlichen Alltag auswirken. Versprochen.