Wissenswert – Marienkäfer in Gefahr
Die Käfer haben eine Vielzahl natürlicher Feinde
Marienkäfer werden von Eidechsen, Fröschen, Laubkäfern, Raubwanzen, Spinnen, Spitzmäusen und Vögeln gefressen, aber auch von der eigenen Art, besonders von den Larven. Ameisen zählen ebenfalls zu ihren natürlichen Feinden. Sie verteidigen Blattläuse vor den Käfern, töten sie und stoßen sie von den Blättern. Marienkäfer können von Parasiten befallen und als Wirte genutzt werden. Die Brackwespe legt dazu ein Ei unter die Deckflügel des Käfers. Die schlüpfende Larve frisst nach der Überwinterung seine Organe und nutzt seinen toten Körper zur Verpuppung.
Geraten die Glücksbringer in Gefahr, sondern sie eine giftige, gelbliche, unangenehm riechende Flüssigkeit ab. Ihr bitterer Geschmack und ihr kompakter Körper schützen sie ebenfalls vor Feinden. Die Käfer können sich vor angreifenden Ameisen verschanzen, indem sie sich totstellen und die Beine unter den Körper ziehen.
Eine vielfältige Marienkäfer-Population steht für ein gesundes Ökosystem
Durch die Veränderung der natürlichen Lebensräume und den Einsatz von Bioziden greifen wir stark in das Ökosystem ein und gefährden das Wohl der Tiere. In Bayern und Sachsen-Anhalt stehen bereits jeweils 20 Marienkäfer-Arten auf der Roten Liste. Der asiatische Harlekin-Marienkäfer (Abb. 2), der zur Schädlingsbekämpfung nach Europa eingeführt wurde, gefährdet das Ökosystem zusätzlich. Er verdrängt unsere Arten aufgrund seiner schnelleren Vermehrung. Marienkäfer haben eine 2-jährige Lebenserwartung. Harlekin-Marienkäfer legen in dieser Zeit 1.000 – 2.000 Eier, während es bei heimischen Arten nur 100 bis 1.000 Eier sind. Die Entwicklung zum adulten Tier verläuft beim asiatischen Marienkäfer zudem mit etwa 30 Tagen im Vergleich zu knapp 1 Jahr bei unseren Arten erheblich schneller. Die eingeführten Käfer sind deutlich gefräßiger, sodass die Nahrungsressourcen für heimische Arten knapp werden.
Was tun?
Um Schutzstrategien zu fördern, ist die Erforschung von Ökologie und Verhalten asiatischer und heimischer Marienkäfer wesentlich. Regelmäßige Zählungen tragen zur Bewertung der Ausbreitung der Harlekin-Marienkäfer und ihrer Auswirkungen auf unsere Arten bei. Besonders wichtige Schritte sind der Anbau einheimischer Pflanzen sowie die Wiederherstellung und der Erhalt vielfältiger Lebensräume, die den heimischen Marienkäfern Rückzugsmöglichkeiten bieten.
Quellen: www.umweltbundesamt.de, Hörzu, www.plantura.garden/
Dr. Jennifer Nehls
Pressebüro für Human- und Tiergesundheit
tfa@drjennifernehls.de