WDT übernimmt Praxisbedarf von DECHRA
"In gute Hände geben". Manches lässt man nur los, wenn man weiß: Es kommt in gute Hände.
Genau das ist jetzt bei Dechra der Fall. Zum 01.02.2026 übergibt das Unternehmen den Bereich Praxisbedarf – samt der bekannten Eigenmarken CoFlex, Alflex und Al-Vet – an die WDT.
Was wie ein klarer Schnitt klingt, ist in Wahrheit ein Übergang mit Weitblick und viel gegenseitigem Vertrauen. Denn beide Unternehmen verbindet mehr als nur ein gemeinsamer Markt: ähnliche Werte, ein langjähriger Draht zur Tierärzteschaft und das Gefühl, dass jetzt der richtige Moment gekommen ist.
Im Gespräch erzählen Thomas Weers (Geschäftsführer Dechra) und Christof Ehlen (Vorstand WDT, Vertrieb und Handel), warum Veränderung manchmal genau der richtige Schritt ist und wie man etwas loslässt, wenn man weiß, dass es gut weitergeführt wird.
Frage an beide:
Gemeinsam etwas weiterzugeben, gelingt oftmals nur, wenn Vertrauen und ein gemeinsamer Blick auf die Branche vorhanden sind. Was hat für Sie beide von Anfang an gepasst? Gab es einen Moment, in dem klar wurde: Das funktioniert?
Thomas Weers: Mich persönlich verbindet mit der WDT eine seit deutlich über 20 Jahren andauernde Partnerschaft. Daher ist das Vertrauen in das Handeln bei der WDT groß. Wir haben in vielen Dingen einen gleichen Blick auf die Branche. Daher bin ich von Anbeginn überzeugt davon, dass die WDT der richtige Partner ist, um unsere Praxisbedarfsartikel weiterhin zuverlässig an unsere Kunden zu liefern und diese im Sinne der Kundschaft weiterzuentwickeln. Ich bin sicher, das funktioniert!
Christof Ehlen: Wir stehen mit Dechra und insbesondere mit Thomas Weers seit vielen Jahren in einem offenen und konstruktiven Austausch. Dabei ging es nie nur um einzelne Produkte, sondern immer um ein gemeinsames Verständnis von Verantwortung gegenüber der Tierärzteschaft. Als bei Dechra die interne Entscheidung gefallen war, den Bereich Praxisbedarf neu auszurichten, gab es tatsächlich diesen einen Anruf zwischen Thomas Weers und mir, in dem sehr schnell klar wurde: Wir teilen dieselbe Sicht auf Markt, Kunden und Zukunft. Ab diesem Moment war nicht mehr die Frage, ob wir übernehmen, sondern wie wir diesen Übergang so gestalten, dass er für alle Beteiligten – insbesondere für die Kundinnen und Kunden – sinnvoll, stabil und nachhaltig ist.
Frage an Thomas Weers:
Der Praxisbedarf war über Jahre ein fester Bestandteil Ihrer Kundenbeziehungen. Was bedeutet es für Sie persönlich – und für Ihr Team – diesen Bereich nun in andere Hände zu legen?
Thomas Weers: Dies ist in der Tat ein schwerwiegender Schritt für uns, der uns wahrlich nicht leichtgefallen ist. Seit vielen Jahrzehnten war der Praxisbedarf für uns eine wichtige Komponente in unserem Angebot an unsere Kunden. Die Marktsituation hat sich jedoch in den letzten Jahren entscheidend geändert. Unser Fokus liegt mittlerweile klar auf Tierarzneimitteln und Ergänzungsfuttermitteln. Dort wollen wir auch künftig unsere Energie bündeln, um auch weiterhin innovative Produkte für unsere Kunden zur Verfügung zu stellen. Wir können mit den heutigen Ansprüchen an das Praxisbedarf-Sortiment nicht in vollem Umfang Schritt halten. Deshalb war es uns wichtig, das Sortiment in gute Hände zu übergeben. Wir sind überzeugt, dass die WDT dies in vollem Umfang verkörpert und freuen uns, dass unsere spezifischen Produkte wie Colorflex, Alflex und unsere Tierkennzeichnung Al-vet von der WDT weitergeführt werden. Somit freut sich auch unser Team, mit der WDT einen zuverlässigen Partner gefunden zu haben, der diesen Bereich in sein Sortiment integrieren wird.
Frage an Christof Ehlen:
Was bedeutet es für Sie, dass Dechra der WDT das Vertrauen schenkt, den Praxisbedarf künftig weiterzuführen?
Christof Ehlen: Dieses Vertrauen ist für uns alles andere als selbstverständlich und hat eine große Bedeutung. Es ist das Ergebnis einer langen, verlässlichen Zusammenarbeit und bestätigt unseren Anspruch als Basisversorger der deutschen Tierärzteschaft. Für uns bedeutet das nicht nur, bewährte Qualitätsmarken aus dem Hause Albrecht / Dechra fortzuführen, sondern sie aktiv in die Zukunft zu entwickeln. Wir verstehen diese Übernahme als Verantwortung gegenüber den Kundinnen und Kunden, die sich auf Kontinuität, Qualität und Verlässlichkeit verlassen. Gleichzeitig sehen wir darin die Chance, unser Sortiment sinnvoll zu ergänzen und unsere Rolle im Markt weiter zu stärken – immer mit dem Blick darauf, was Tierärztinnen und Tierärzte im Praxisalltag wirklich benötigen.
Frage an Thomas Weers:
Welche Werte verbindet Dechra mit der WDT, trotz unterschiedlicher Unternehmensstrukturen?
Thomas Weers: Wir sind als Albrecht im Jahr 1947 gegründet worden. Mit der WDT, die sich seit 1904 um die Belange der Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland kümmert, verbindet uns eine lange gemeinsame Marktpräsenz. Wir kennen uns daher gut und teilen die gleiche Passion der Partnerschaft mit der Tierärzteschaft. Neben Partnerschaft ist uns Zuverlässigkeit sehr wichtig. Dies ist ein Wert, den wir ebenfalls mit der WDT teilen. Obwohl wir mittlerweile Teil eines weltweit agierenden Konzerns sind, haben wir uns ein großes Stück an Ursprünglichkeit bewahrt. Wir sind stolz darauf, uns einen familiären Charakter bewahrt zu haben, im Team wie auch in der Kundenbeziehung und dies wie zur Gründung am gleichen Standort im Landkreis Ravensburg. Die Produkte haben sich geändert, die Schwerpunkte entwickeln sich weiter, daher ist es jetzt der richtige Zeitpunkt, unser Praxisbedarfssortiment in die bewährten Hände des WDT-Teams zu legen.
Frage an Christof Ehlen:
Wie wird sichergestellt, dass die Kundinnen von Dechra weiterhin reibungslos mit Praxisbedarf versorgt werden?
Christof Ehlen: Für uns war von Anfang an klar, dass ein reibungsloser Übergang oberste Priorität hat. Deshalb haben Teams von Dechra und der WDT über mehrere Monate sehr intensiv zusammengearbeitet, um Prozesse, Logistik und Kommunikation sauber aufeinander abzustimmen. Ab dem 01.02.2026 ist die Versorgung aller ehemaligen Praxisbedarfskunden von Dechra durch die WDT vollständig sichergestellt. Die Warenbestände sind komplett bei unserer Logistiktochter VetLog.One eingelagert und sofort verfügbar. Produkte wie Colorflex, Alflex, Al-Vet Transponder und weitere Artikel können ohne Unterbrechung bestellt und ausgeliefert werden. Unser Anspruch ist es, dass die Kundinnen und Kunden den Übergang im besten Fall gar nicht als Bruch wahrnehmen, sondern als nahtlose Fortführung mit einem verlässlichen Partner an ihrer Seite.
Frage an beide:
Wenn Sie in die Zukunft blicken: Welche Rolle möchten Sie als Dechra, auch ohne den Praxisbedarf, für die Tierärzte in Deutschland weiterhin spielen?
Thomas Weers: Ich hoffe eine noch bessere Rolle, wenn es um den Fokus auf die Entwicklung neuer und innovativer Produkte geht. Wir verstehen uns nach wie vor als Partner der Tierärzteschaft und dies bleiben wir auch ohne ein Praxisbedarfssortiment. Wir können jetzt unsere Energie voll uns ganz diesem Ziel widmen und unseren Kundinnen und Kunden in den kommenden Jahren ein spannendes und erweitertes Produktsortiment an Tierarzneimitteln und Futterergänzungsmitteln anbieten. Wir freuen uns, nach 79 Jahren Tätigkeit für die Tierärzteschaft in Deutschland seit 2012 Teil eines innovativ tätigen Konzerns zu sein, der sich gerade in den letzten Jahren stark im Bereich der Produktentwicklung engagiert und dies in noch deutlich gesteigertem Maße gerade tut. Ich glaube, man darf gespannt sein auf unsere weitere Entwicklung.
Christof Ehlen: Unser Ziel ist es, die WDT als zukunftssicheren Anker der tierärztlichen Versorgung in Deutschland weiter auszubauen. In einem Markt, der sich durch steigende regulatorische Anforderungen, wachsenden Kostendruck und zunehmende Komplexität verändert, wollen wir Stabilität, Orientierung und Verlässlichkeit bieten. Die Übernahme des Praxisbedarfs von Dechra verstehen wir deshalb nicht isoliert, sondern als Teil einer langfristigen Strategie: Wir bündeln Sortimente, Logistik und Know-how, um Tierärztinnen und Tierärzte spürbar zu entlasten und ihnen den Rücken für ihre eigentliche Aufgabe freizuhalten – die medizinische Versorgung der Tiere. Gleichzeitig sehen wir unsere Verantwortung darin, frühzeitig Zukunftsthemen zu adressieren: von resilienten Lieferketten über nachhaltige Produktstrategien bis hin zu digitalen Prozessen, die den Praxisalltag vereinfachen. Die WDT soll nicht nur reagieren, sondern aktiv mitgestalten – als Partner auf Augenhöhe, der zuhört, investiert und langfristig denkt.